Glaubenssätze sind Lebensregeln, die Menschen für wahr halten. Sie sind Interpretationen und Verallgemeinerungen aus früheren Erfahrungen sowie individuellen Theorien, warum etwas so und nicht anders ist und sind Grundlage des alltäglichen Handelns und für den Einsatz der Fähigkeiten. Glaubenssätze beeinflussen, was wir denken und wahrnehmen, bzw. was wir uns erlauben zu denken und wahrzunehmen und was wir für möglich halten. Von R.A. Wilson stammt das Konzept der zwei Instanzen im menschlichen Bewusstsein, dem Denker und dem Beweiser: "Was der Denker denkt, beweist der Beweiser."
Es gibt zwei Arten von Glaubenssätzen:
Glaubenssätze sind Metamodellverletzungen - üblicherweise Modaloperatoren, Nominalisierungen [1] oder Konjunktionen (Ursache-Wirkung, Komplexe Äquivalenz) - und können Berechtigungen (Erlaubnis) aber auch Einschränkungen (Verbote) beinhalten. Sie treffen Aussagen darüber, was jemand (nicht) kann/darf/soll/muss/ist oder wie Dinge sich zueinander verhalten oder wie die Welt ist. Glaubenssätze sind oft nicht logisch herleitbar, sondern basieren auf der Verallgemeinerung subjektiver Erfahrung. Echte Glaubenssätze halten wir für so wahr, dass es schwer ist, sie als solche zu entdecken.(„Es weiß doch jeder, dass…“).
Mehrere sich gegenseitig stützender Glaubenssätze bilden ein Glaubenssystem (belief system). Besondere Glaubenssätze sind Gedankenviren, diese haben sich von der Möglichkeit der sinnlichen Überprüfung abgekoppelt und beziehen sich ausschließlich auf andere Glaubenssätze.
Um Glaubenssätze oder -systeme im Gespräch zu lockern verwendet man im NLP die Sleight of Mouth Pattern.
Die meisten Glaubenssätze und Glaubenssysteme sind gut und funktional. Sie ermöglichen uns die Orientierung in der Welt, die Kommunikation mit anderen und die optimale Reaktion auf das, was in und um uns geschieht.
Glaubenssätze werden geprägt:
Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, dass sie auf gleichem Wege verändert werden (Neuprägung, Reimprinting).
Glaubenssätze stützen sich auf:
Anthony Robbins gliedert "unsere Anschauungen" in der Reihenfolge ihrer Stärke in: Meinungen - Glaubenssätze - Überzeugungen (Wissen).
Paul Watzlawick unterscheidet zwischen Wahrheiten (Glaubenssätze) erster Ordnung (sehen alle so) und Wahrheiten zweiter Ordnung (sehen nicht alle so).
Robert Dilts[2] bietet eine weitere Unterteilung von Glaubenssätzen an:
diese 3 können sich beziehen auf: a) die Welt, die uns umgibt, b) unser Verhalten, c)unsere Fähigkeiten, d) unsere Identität.
Glaubenssätze haben die Fähigkeit, sich selbst zu erhalten. Solange die Hauptaussage erhalten bleibt, sind sie sehr anpassungsfähig und oft logisch nicht widerlegbar.
Ein Patient hatte die Wahnvorstellung, eine Leiche zu sein und nahm deshalb keine Nahrung mehr zu sich.
Sein Therapeut fragte ihn: "Bluten Leichen?"
Antwort: "Nein, sie sind blutleer."
Der Therapeut begeistert: "Dann kann ich Dir beweisen, dass Du keine Leiche bist." Er sticht den Patienten in den Finger, aus dem auch gleich ein Tropfen Blut quillt.
Die Reaktion des Patienten mit erstauntem Gesicht: "Oh, Leichen bluten doch!" nach Abraham Maslow [3]
Glaubenssätze befinden sich auf der logischen Ebene IV.
Verschiedene Typen von Glaubenssätzen, die am richtigen Ort sein müssen, damit Du Dein Ziel erreichst [4]:
Hat eine Person weder Zielerwartung (→ hoffnungslos) noch Selbstwirksamkeitserwartung (→ hilflos) wird sie apathisch. D.h. sie wird nicht die notwendigen Schritte zur Zielerreichung unternehmen. "Wenn Sie nicht erwarten, von einer Krankheit zu gesunden, werden Sie nichts von all dem tun, was Ihnen helfen kann, sich zu erholen - besonders nicht solche Dinge, die schwierig sein könnten. Mit anderen Worten, wenn Sie nicht daran glauben, dass Ihr Ziel auf Sie wartet, ..., dass Sie haben was Sie brauchen, um Ihr Ziel zu erreichen, werden Sie nicht tun, was nötig und wichtig ist, um Ihr Ziel zu erreichen."